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Die Fulani der Sahelzone

Tag 2

Ägypten/Naher Osten

Dienstag, 7. Mai 2019

Ägypten: Traditionen von Gastfreundschaft verändern sich

Großzügigkeit ist das A und O der ägyptischen Gastfreundschaft. Es ist Brauch, dass man für Gäste doppelte Mengen kocht. Wenn viel übrigbleibt, kann an der Großzügigkeit des Gastgebers nicht gezweifelt werden. Dieser fühlt sich geehrt, wenn seine Gäste immer wieder zugreifen. Jemanden nach Hause einzuladen, ohne eine reiche Auswahl an Speisen anbieten zu können, wäre mit großer Scham verbunden. Unter diesem Erwartungsdruck kann Gastfreundschaft zu einer Last werden. Deshalb verzichten inzwischen viele darauf, Einladungen auszusprechen.

Im Ramadan wächst der Druck zusätzlich. Man glaubt, dass Gott Großzügigkeit in dieser Zeit besonders belohnt.
Von der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise sind alle betroffen. Bereiche wie Bildung, Arbeit und Einkommen bereiten Familien große Sorgen. Dies hinterlässt Spuren im gesellschaftlichen Zusammenleben. Die jüngere Generation (61 % der Bevölkerung) nimmt in Bezug auf Gastfreundschaft eine neue Haltung ein. Viele sagen sich von unrealistischen Erwartungen und Traditionen los. Beeinflusst von anderen Kulturen und Lebensweisen wird es für sie normal, jemanden auch nur zu einem simplen Kaffee einzuladen – ohne reichhaltiges Mahl.

Wir beten

  1. Dass die Ägypter (rund 90 % gehören dem sunnitischen Islam an) Gottes große Fürsorge und Liebe erfahren (1. Joh. 3,1).
  2. Um eine Kultur der Gastfreundschaft, die Schranken zwischen Christen und Muslimen niederreißt und zu gegenseitigem Respekt, Freundschaft und einem Zeugnis von Christus führt.
  3. Dass die junge Generation ihr Land auch in anderen wichtigen Bereichen beeinflusst, z. B. zu größerer Glaubensfreiheit.