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Die Fulani der Sahelzone

Tag 5

Malaysia/Südostasien

Freitag, 10. Mai 2019

Geflüchtete Rohingyas in Malaysia

Sabekunahar heißt uns mit ehrlicher Herzlichkeit willkommen, obwohl ihr Morgen mit Hausarbeit, den Kindern und dem Kochen schon voll genug ist. Sie rollt eine farbenfrohe Matte als Sitzpolster aus und geht sofort in die Küche, um etwas zu kochen. Eins der Kinder läuft los, es will Getränke für die Gäste kaufen. In der Rohingya-Kultur sind Menschen und Gemeinschaft so wichtig, dass man Geld ausgibt, um Gäste zu ehren, selbst wenn man kaum etwas für sich selber hat. Der Reis mit Currysauce und das frische Obst schmecken wunderbar. Sabekunahar häuft uns die Teller voll und freut sich, dass es uns schmeckt.

Sabekunahar lebt als Flüchtling in Malaysia. Unser fröhliches Zusammensein könnte fast darüber hinwegtäuschen, wie schwer ihr Leben ist. Über ihre gefährliche Flucht von Myanmar nach Malaysia in der Hand geldgieriger Schlepper spricht sie selten. Die erlittenen seelischen und körperlichen Verletzungen sind schwer zu beschreiben. Dann ist da die Einsamkeit. Sabekunahars Eltern und Geschwister leben in einem Flüchtlingslager in Bangladesch. Das Smartphone kann die Distanz nicht wirklich überbrücken.

Es gibt vermutlich etwa 150.000 muslimische Rohingyas in Malaysia, etwa eine Million ist nach Bangladesch geflüchtet. In beiden Ländern erleben sie nicht das herzliche Willkommen, das sie selbst ihren Gästen zeigen. Sie haben keine Rechte und bekommen keine staatliche Unterstützung. Sie dürfen nicht arbeiten und laufen Gefahr, festgenommen zu werden, wann immer sie ihr Zuhause verlassen.

Wir beten

  1. Nach Jesaja 61,1-3 für die vielen Rohingyas, die als Flüchtlinge Verfolgung erleben.
  2. Dass der Herr der Ernte Arbeiter zu den Rohingyas schickt.
  3. Dass das Leiden und die Ungerechtigkeit, die das Volk der Rohingyas erlebt, nach 1. Mose 50,20 zum Guten verwandelt wird.