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Die Fulani der Sahelzone

Tag 17

Marokko/Nordafrika

Mittwoch, 22. Mai 2019

Trauern in Marokko

Arabische Gastfreundschaft ist immer Ehrensache, kann aber in der marokkanischen Kultur zur bedrückenden Pflichterfüllung für Familien werden. Selbst Fremde, die kaum die einheimische Sprache sprechen und verstehen, „müssen“ von den Einheimischen gastfreundlich behandelt werden. Diese althergebrachte Sitte muss unbedingt eingehalten werden, auch während Notzeiten und Trauerphasen. Eine Mitarbeiterin berichtet:

„Als ich in Marokko lebte, gab es einen Todesfall im Nachbarhaus. Um meiner trauernden Nachbarin mein Beileid zu bekunden, besuchte ich sie und überreichte ihr eine Schachtel Zuckerwürfel. Sie nahm den Zucker in die Küche und brachte im Tausch eine Kanne Pfefferminztee, das traditionelle Getränk in Marokko für jeden Anlass. Mein mitgebrachtes Zuckergeschenk war im Tee aufgelöst und wurde so umgehend wieder an mich 'zurückgegeben'.“

Zucker ist ein traditionelles Geschenk, aber der Tod ist für muslimische Familien absolut nicht süß. Im Islam gibt es keine Heilsgewissheit, keine Garantie, dass man im Jenseits im Paradies sein wird. Inschallah! (Vielleicht, so Gott will!) Der bittere Stachel des Todes kann Muslime dazu bewegen, über das Leben nach dem Tod nachzudenken. Einige sind offen für das Evangelium, weil sie sich nach Gewissheit des ewigen Lebens sehnen. Mögen sie schmecken und sehen, dass Gott gut ist!

Wir beten

  1. Für Muslime in Marokko, besonders für Frauen, dass sie erkennen, dass Jesus ihre Lasten mitträgt und sie stärken möchte (Mt.11,28-30). 
  2. Dass Christen in Marokko in Zeiten der Trauer aufgeschlossen auf ihre muslimischen Nachbarn reagieren und die Gelegenheit nutzen, Freundlichkeit und Liebe zu zeigen.
  3. Dass Marokkaner Zugang zu Gottes Wort erhalten und so seine Wahrheit erfahren können (Ps. 119,103).