Diese Seite gehört zur Deutschen Evangelischen Allianz (DEA)

2020

Tag 25

Kirgistan / Zentralasien

Montag, 18. Mai 2020

Ansteckend leben in Kirgistan

Als wir Freunde in einem kirgisischen Dorf besuchen und wie üblich die Teeschalen herumreichen, lehnt unser Freund Azim ab. „Nein danke, ich faste.“ Natürlich fastet jeder gute Moslem während des Ramadans. Es ist eines der wichtigsten Rituale ihres Glaubens. Aber Azim? Er ist der einzige Nachfolger Jesu in seinem Dorf. Warum fastet er?

Die Kirgisen leben am Fuß großartiger Berge und sind stolz auf ihre Traditionen. Sie sind zuerst Kirgisen und danach Muslime. Nach dem Zerfall der Sowjetunion machten sich die Menschen neu auf die Suche nach ihrer Identität und erinnerten sich an ihre Wurzeln. Das ließ den Islam erstarken, belebte aber auch alte Bräuche aus Zeiten, bevor die Menschen Muslime wurden. Nur ein paar Leute im Dorf fasten konsequent oder besuchen regelmäßig die Moschee. Aber das ganze Dorf besucht einander zum Fastenbrechen. Für sie geht es im Ramadan um Gemeinschaft und Identität. Weshalb fastet Azim dann? Nachdem er ein Nachfolger Jesu geworden war, wollte er jahrelang nichts mit Muslimen zu tun haben. Sie hatten ihm das Leben schwer gemacht. Aber als sein Glaube wuchs und er Gott um Weisheit bat, verstand er, dass er als Nachfolger Jesu in seiner eigenen Kultur leben konnte. Und das schließt das Fasten ein. Für ihn ist es eine gute Möglichkeit, Zeit mit anderen Menschen im Dorf zu verbringen und ihnen davon zu erzählen, was es bedeutet, Jesus zu folgen.

© Photo: Wikimedia CC Theklan

Wir beten

  1. FÜR GLÄUBIGE, die ohne Glaubensgeschwister in weitgehend unerreichten muslimischen Gemeinschaften leben, dass sie Weisheit haben und die Leitung des Heiligen Geistes erleben, um ihren Glaubenan Jesus verständlich bezeugen zu können.
  2. FÜR DIE KIRGISEN mit Jesaja 58,1-12.
  3. DASS VIELE KIRGISEN zum Glauben an Jesus kommen und Wege finden, ihm in ihrer Kultur zu folgen.