Diese Seite gehört zur Deutschen Evangelischen Allianz (DEA)

2020

Tag 15

Globale Bewegungen

Freitag, 8. Mai 2020

Die Muslimbruderschaft

Die 1928 durch einen Lehrer in Ägypten gegründete Muslimbruderschaft gilt als eine der ältesten und einflussreichsten islamistischen Bewegungen der Neuzeit mit dem Motto: „Der Islam ist die Lösung“.

Muslimbrüder sehen den Islam als den Weg zur persönlichen und sozialen Veränderung, setzen sich für die Errichtung einer islamischen Ordnung ein und engagieren sich in wohltätigen Aktivitäten.

Die Muslimbruderschaft breitete sich schnell in der arabischen Welt aus und wurde dort stark politisch; sie forderte Reformen und die Gründung islamischer Staaten auf Grundlage des islamischen Gesetzes. In den 1950er-Jahren galt die Gruppe in Teilen der arabischen Welt als Bedrohung, so dass viele Mitglieder nach Europa flohen. Dort beeinflusste die Bruderschaft die Entstehung anderer Organisationen mit dem Ziel, Muslime vor Ort zu repräsentieren und muslimische Gemeinschaften gemäß ihren Vorstellungen zu formen. In Ägypten gewannen die Muslimbrüder 2012 die erste freie Präsidentschaftswahl. Wegen einer zunehmend islamistischen Tendenz und der Diskriminierung Andersdenkender wurden sie allerdings im Juli 2013 gestürzt und als Terrororganisation verboten.

Manche Fachleute sehen die Bewegung in den arabischen Staaten und besonders in Ägypten in einer Krise, weil ältere und jüngere Mitglieder über ideologische und strategische Fragen uneins sind. Die Frage, ob die Ziele durch Gewalt oder die Teilnahme am politischen Prozess erreicht werden soll, war in der Bewegung schon immer ein Streitpunkt.

© Photo: Wikimedia CC public domain

Wir beten

  1. DASS DIE BEWEGUNG sich von Gewalt lossagt und die Rechte Andersdenkender, u.a. der Christen und moderaten Muslime, respektiert.
  2. DASS DAS ANLIEGEN der der Bewegung, soziale Ungerechtigkeit zu überwinden, Gehör findet und umgesetzt wird.
  3.  DASS DIE MUSLIMBRÜDER sich auf die Suche nach Alternativen begeben und in Jesus Weg, Wahrheit und Leben finden (Johannes 14,6).