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2020

Tag 19

Iran / Naher Osten

Dienstag, 12. Mai 2020

Irans Hauskirchenbewegung

Mahnaz klingelt nervös an der Wohnungstür. Als sie schnell eintritt, sieht sie einige Bibeln und sechs lächelnde Gesichter. Sie ist am richtigen Ort. Diese kleine christliche Gemeinschaft neuer Gläubiger trifft sich heimlich jede Woche in einem anderen Zuhause, um nicht entdeckt zu werden. Sie beginnen mit dem Singen von christlichen Liedern, aber so leise, dass die Nachbarn nicht misstrauisch werden. Der Austausch von Glaubenserfahrungen und gemeinsames Hören einer Predigt über das Internet steht im Mittelpunkt.

Sie erleben Matthäus 10 – sie leiden als Jünger Jesu. Der Prediger erzählt, wie er verfolgt wurde und flüchten musste.

Mahnaz kennt die Risiken der Nachfolge, hat aber entschieden, dass Jesus es wert ist. Sie ist Teil der schnell wachsenden iranischen Hauskirchenbewegung. Diese Bewegung entstand Ende der 1990er Jahre. Nach jahrzehntelangen Einschränkungen der Versammlungsfreiheit blieb den Gemeinden keine andere Wahl, als sich in Privatwohnungen zu treffen, um Gemeinde zu leben und das Evangelium mit anderen Iranern teilen zu können.

Die iranische Regierung reagiert hart, wenn eine Hauskirche entdeckt wird. Trotzdem gibt es viele wie Mahnaz, die hungrig sind, mehr über ihren neuen Glauben zu erfahren und sich mit anderen Gläubigen treffen. Wenn ihre Verwandten und Freunde sehen, wie Gläubige bereitwillig für ihren Glauben leiden, weckt dies das Interesse an Jesus.

© Photo: Flickr CC Ninara

Wir beten

  1. UM WACHSTUM und Schutz für neue Gläubige wie Mahnaz und ihre Hausgemeinden. Für Mut, Salz und Licht in ihrer Umgebung zu sein (Matthäus 5,13-16).
  2. UM FRIEDEN und Stabilität im Iran — und um Freiheit für alle Iraner, so zu glauben, wie sie es wollen.
  3. DASS DIE BEHÖRDEN im Iran den Christen wohlgesonnen werden.