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2020

Tag 6

Daghestan / Zentralasien

Mittwoch, 29. April 2020

Wahhabismus in Dagestan

Dagestan ist eine Republik Russlands, die an die Ostküste des Kaspischen Meeres, an Georgien und Aserbaidschan grenzt. 95 % der 2,9 Mio. Einwohner sind stark vom Sufismus geprägte Muslime. Sie werden „Dargins“ genannt. Die extrem konservative Bewegung des Wahhabismus breitete sich, von Saudi-Arabien kommend, aus und beeinflusste islamische Gesellschaften weltweit. In Dagestan fasste der Wahhabismus in den 1980ern Fuß. Er inspirierte Ende der 1990er Jahre eine politische Bewegung, die für die Unabhängigkeit von Russland kämpfte, was zu jahrelangen gewaltsamen Auseinandersetzungen führte.

Der Wahhabismus wurde in der Region einflussreicher. Obwohl er den Alltag stark einschränkt und diktiert, was man essen darf, wie man sich kleiden und wie man beten soll, ist er für viele Menschen eine attraktive Alternative zum jetzigen System, das von Korruption auf jeder Ebene der Gesellschaft geprägt ist.

Die traditionelle Kultur Dagestans lebt dennoch weiter. Musik spielt darin eine große Rolle. Der Wahhabismus jedoch verbietet Musik. So gab z. B. ein Künstler, der die traditionelle Musik liebte, diese auf, als er ein „ernster Muslim“ (Wahhabit) wurde. Doch wenn er zuhause mit seiner Familie feiert, dann sind alle fröhlich beim traditionellen Lezginka-Tanz mit Musik dabei.

© Photo: CC Wikimedia

Wir beten

  1. FÜR DIE PAAR HUNDERT Nachfolger Jesu in Dagestanund um Gelingen, die Bibel in die verschiedenen Sprachen der Region zu übersetzen und Audioversionen herzustellen.
  2. FÜR DIE BEHÖRDEN, dass sie frei von Korruption werden. Hesekiel 36,26-27 kann uns dabei leiten.
  3. DER WAHHABISMUS verlangt eine strikte Befolgung des „reinen“ Islams. Möge Jesus sich den Dargins offenbaren, damit sie die Freiheit erleben, die er schenkt (Philipper 1,9-11).