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Von der Angst zum Glauben

Tag 6

Kunsthandwerker, die ihren Schöpfer kennenlernen müssen

Mittwoch, 25. Juli 2012

Die Ansari in Indien

Nur 150 Jahre nach dem Tod Mohammeds 632 n. Chr. brachten islamische Armeen, Händler und überzeugte Sufis den Islam auf den indischen Subkontinent. Muslimische Reiche beherrschten 700 Jahre lang bis zur britischen Herrschaft große Teile des Landes. Heute gibt es in Indien über 145 Mio. Muslime.

Die Ansari sind mit 16 Mio. Menschen weltweit eine der größten unerreichten Volksgruppen und mit 10 Mio. in Indien eins der größten muslimischen Völker im Land. Die meisten Ansari leben im nordindischen Staat Uttar Pradesh und sprechen Urdu, viele aber auch Bhojpuri, Bengali, Telugu und Gujarati. Fast alle Ansari sind sunnitische Muslime, die einen synkretistischen Volksislam prakti- zieren. Sie besuchen oft Gräber muslimischer Heiliger, weil sie glauben, dass diese Mittler zwischen Menschen und Allah sein können. Viele tragen Amulette aus in Stoff gewickelten Koranversen am Körper. Diese sollen böse Geister und Flüche abwehren.

Traditionell stellen die Ansari Textilien her und weben seidene Saris. Aber wirtschaftliche Not zwang viele von ihnen, mit Messing oder Holz zu arbeiten. Manche haben das Kunsthandwerk ganz verlassen, wurden Bauern oder haben ein kleines Geschäft. Die Weber arbeiten meist für Hindus, die ihnen Materialien besorgen und mit den Stoffen handeln. Sie plagen sich bis zu 12 Stunden täglich für einen mickrigen Lohn ab. Familien sind oft verschuldet, und Kinder lernen zu
weben, statt in die Schule zu gehen. Der Anteil der Analphabeten ist besonders unter Mädchen und Frauen sehr hoch.

Selbstmorde, Hungertod und chronische Krankheiten sind unter den Webern sehr
verbreitet. Schlechte Arbeitsbedingungen (Mangel an sanitären Anlagen, Wasser und  frischer Luft) sowie arbeitsbedingte Lungen-, Haut- und Augenkrankheiten bedrohen ihre Gesundheit. Dazu kommen mangelnde Hygiene sowie fehlende Abwasser- und Müllentsorgung. In Indien sind schätzungsweise 80 % aller Krankheiten und ein Drittel aller Todesfälle auf schlechtes Wasser zurück-zuführen.

Ganze Familien werden durch Ablehnung, Ungerechtigkeit, Armut und Tod zerstört. Dahinter stehen die Interessen Satans. Aber Gott möchte die Ansari erlösen und ihr ganzes Potential entfalten. Es gibt hier und da Versuche, sie zu erreichen. In denletzten beiden Jahren entstanden etwa 80 christliche Gruppen unter ihnen. Dennoch bleibt noch viel zu tun.

WIR BETEN:

  • Für mehr Mitarbeiter, besonders aus Indien, die ihren muslimischen Nachbarn Gottes Liebe weitergeben.
  • Für Gerechtigkeit in der Seidenindustrie, andere Möglichkeiten für ein besseres Einkommen und Freiheit von der Armut für die verschuldeten Ansari.
  • Für Ausbildungsmöglichkeiten, besonders ür Mädchen.
  • Für Freiheit von bösen Geistern und Verführung (Matth. 8,16; 10,1; Apg. 16,16-18)
  • Dass Jesus sich den Ansari offenbart, denn nur er kann sie wirklich frei machen.