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Von der Angst zum Glauben

Tag 4
Montag, 23. Juli 2012

Ich heiratete einen Muslim

Täglich wache ich an der Seite des Mannes auf, den ich geheiratet habe. Er ist Muslim und ich bin eine Jesus-Nachfolgerin. Als wir heirateten, praktizierte keiner von uns seinen Glauben. Die Entscheidung fiel uns deshalb leicht. Mehr noch, unsere Glaubenshaltungen schienen sich damals in vielem zu decken, und mein Mann überzeugte mich, dass wir im Grunde genommen das Gleiche glaubten.

Obwohl ich wusste, dass ich einen Muslim geheiratet hatte, kam sein Entschluss, sich zu seinen religiösen islamischen Wurzeln zu bekennen, für mich sehr überraschend. Das geschah nach nur einem Jahr Ehe. Es brachte uns als Paar völlig aus dem Gleichgewicht, hatten wir doch bis dahin einfach nur „normal religiös“ gelebt. Einerseits war ich wegen seiner Veränderung wütend auf ihn, andererseits machte sich in mir Unmut gegenüber seiner Religion breit, die mir meinen liebevollen Ehemann „nahm“ und aus ihm jemanden machte, der nur noch auf Gesetze und unbarmherzige Rituale setzte. Die Romantik in unserer Beziehung verschwand.

Sein aufflammender religiöser Eifer trieb auch mich zurück zu meinen Wurzeln – zu meiner Beziehung zu Jesus. Ich stamme aus einer christlichen Familie, bin aufgewachsen mit Sonntagsschule, christlichen Freizeiten und hatte sogar eine Bibelschule besucht. In meiner Gemeinde hatte ich Leitungsfunktionen und galt als Vorbild. Was war mein Problem? In einem Wort: Stolz. Nie hätte ich gedacht, dass mir dies passieren könnte. Für mich war damals klar, dass ein Christ keinen Nicht-Christen heiraten soll. Doch eines Tages waren diese Vorsätze plötzlich verschwunden gewesen.

Die Frage stellte sich mir: „Was mache ich, wenn mein Mann will, dass unsere Tochter beginnt, auf islamische Art zu beten?“ Ich will nicht, dass meine Tochter Mohammed einen Propheten nennt oder die Göttlichkeit Jesu verneint. Es ist mein innigstes Gebet, dass mein Mann zum Glauben an den Messias kommt, bevor dies geschieht.

Der Text aus 1. Petrus 3,1-2 ist für mich eine große Hilfe. Gott will meinen Mann durch mich segnen! Unzählige Frauen und Männer auf der Welt mögen in ähnlichen Paar- oder Familiensituationen leben wie ich. Uns allen gilt: Gott ist treu.

WIR BETEN:

  • Für Menschen in ähnlichen Situationen in unserer Umgebung, unserem Land. Sie sind angewiesen auf ermutigende Unterstützung durch Christen und Gemeinden.
  • Für Einheit und Weisheit im Hinblick auf die Kindererziehung in solchen Familien.
  • Dass christliche Ehepartner mit Liebe und Gottvertrauen für ihre nichtchristlichen Partner einstehen.