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Fasten gemeinsam als Familie

Tag 24

Zentralasien

Montag, 19. Juni 2017

Usbeken in Tadschikistan

Bilol ist sieben, ziemlich schüchtern und trägt eine Schuluniform, die ihm zu groß und schon recht abgetragen ist. Heute hat er mit einem anderen Jungen gerauft, was man an einem Kratzer in seinem Gesicht sehen kann. Was man nicht auf den ersten Blick sieht, ist, dass er sozusagen «elternlos» aufwächst. Sein Vater ging vor fünf Jahren nach Russland, um dort zu arbeiten, und hat sich seitdem nicht mehr gemeldet. Manchmal hören sie um ein paar Ecken herum, dass er noch dort ist. 

Wie fast alle Usbeken wohnten Bilols Eltern nach der Hochzeit bei den Eltern seines Vaters. Aber als sein Papa nicht aus Russland zurückkam, nahm Bilols Mutter ihn und seine beiden Geschwister mit zu ihren eigenen Eltern. Vor zwei Jahren ging sie dann auch zum Arbeiten nach Russland. Ab und zu schickt sie ihren Eltern Geld. Bilol ist mal bei ihnen, mal bei den Eltern seines Vaters. Aber letztlich fehlen ihm die Liebe, Zuwendung und Stabilität, die ein Kind eigentlich braucht. 

Bilol wächst in einer ganzen Generation usbekischer Kinder mit diesem Mangel auf. Tadschikistan ist sehr arm und es ist besonders auf dem Land sehr schwer, eine Familie zu ernähren. Deshalb arbeitet mindestens die Hälfte der Männer im Ausland. Bei den Usbeken (etwa 25 % der Bevölkerung Tadschikistans) sind es noch mehr, da sie kaum Arbeitsstellen beim Staat finden. 

Wir beten

  • Dass Kinder wie Bilol die großartige Nachricht von Gott als liebendem Vater hören. 
  • Dass Eltern, die im Ausland arbeiten, dort durch Nachfolger Jesu vom Retter hören. 
  • Dass Regierung und Behörden in Tadschikistan Weisheit haben, um die Wirtschaft zu fördern, so dass Familien zusammen bleiben können.